Planung und Installation

Die im Folgenden aufgeführten Angaben sind für die Kontaktaufnahme mit einem Fachbetrieb nicht zwingend notwendig. Wer diese Informationen aber bereits im Vorfeld zur Hand hat, kann auf viele der Standardfragen der Solarunternehmen Antworten bieten und damit die Planung bzw. Angebotserstellung deutlich beschleunigen:

Allgemeine Angaben

Hierzu zählen die

  • Adresse der Liegenschaft,
  • der Gesamtstromverbrauch pro Jahr,
  • der Strompreis pro Kilowattstunde,
  • die Art der Gebäudenutzung (z. B. Büro, Produktion, Lagerung) und die
  • Kernzeit der Gebäudenutzung (z. B. Werktags 8 bis 16, Betrieb 24/7, Zweischichtsystem).8

Diese Informationen lassen Rückschlüsse auf die Eigenverbrauchs- und Autarkiequote zu.

Lastprofil

Unternehmen, die mehr als 100.000 kWh pro Jahr verbrauchen, können vom Energieversorger ein Lastprofil anfordern. Diese werden oft als Excel-Datei (csv-Format) gestellt. Im Rahmen der sog. „registrierenden Lastgangmessung“ übermittelt der Stromzähler im Gebäude mindestens alle 15-Minuten Informationen über die vom Standort bezogene Strommenge. Über das Jahr gesehen ergibt sich damit bereits ein recht fein aufgelöstes Verbrauchsprofil, welches in die gängigen Simulations- und Auslegungsprogramme der Solarunternehmen importiert werden kann. Auf diese Weise können die Ergebnisse für den Eigenverbrauch, die Autarkie und somit für die Wirtschaftlichkeit besonders gut abgeschätzt werden.

Lageplan

Hierzu genügt ein Screenshot des Kartenmaterials, auf welchem der Standort der Liegenschaft zu erkennen ist. Dort können zudem die Gebäude markiert werden, welche tatsächlich zum Standort gehören und auf welche Gebäudeteile aus der Sicht des Unternehmens bevorzugt eine Solaranlage installiert werden soll. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn zusätzlich noch der Raum mit dem Netzanschlusspunkt bzw. der Niederspannungshauptverteilung (NSHV) mit einem kleinen Kreuz auf dem Kartenausschnitt eingezeichnet wird.

Eigentümerkonstellation

In vielen Fällen ist das Unternehmen nicht der Eigentümer, sondern nur ein Mieter der Liegenschaft.
Tatsächliche Eigentümer können Privatpersonen, Holdings oder konzerneigene Immobiliengesellschaften sein. Es sollte daher idealerweise mit angegeben werden, wer Eigentümer der Solaranlage sein wird und wer den Solarstrom tatsächlich nutzt.

Wofür ist diese Information hilfreich?
Zum einen entscheidet sich anhand der Eigentümerstruktur das Betriebsmodell bzw. das Anlagenkonzept. Zum anderen ist es in Bezug auf Förder- und/oder Finanzierungsanträge und die vertraglichen Absprachen wichtig, an wen das Angebot adressiert wird. So können mögliche Verzögerungen durch Korrekturschleifen und Missverständnisse von Beginn an vermieden werden.

Unterlagen

Für Projektierer und Installationsunternehmen können bestimmte Unterlagen von besonderem Interesse sein, so dass diese häufig im Rahmen einer detaillierteren Planung angefordert werden:

  • Zeichnungen wie Grundrisse bzw. Gebäudeschnitte:
Hilfreich, um die Gebäudehöhe bzw. Kabellängen und somit Kosten abzuschätzen.

  • Unterlagen zur Gebäude- bzw. Dachstatik:
Hilfreich, um die Anlagengröße und Modulverteilung zu optimieren.

  • Informationen zum Dach:
 Hinweise zur Dacheindeckung (z. B. Bitumen oder Kies) und ob das Dach kürzlich saniert wurde bzw. ob in den nächsten Jahren eine Sanierung geplant ist.
Hilfreich, um die passende Unterkonstruktion und den Installationszeitpunkt zu wählen.

  • Informationen zum Netzanschluss:
 Möglicherweise liegen Dokumente vor, mit welchem Kabelquerschnitt das Gebäude angeschlossen ist und ob eine eigene Trafostation auf dem Gelände liegt. Diese Informationen liegt meist dem Facility-Management vor.
Hilfreich, um die Anlagengröße zu optimieren.

Unter folgendem Link steht ein Vorabcheck als PowerPoint-Vorlage zum Download bereit, welcher die obigen Punkte aufgreift und bei Bedarf, als PDF-Datei exportiert, an Fachunternehmen verschickt werden kann.

Ansprechpartner

Es gibt zwei Möglichkeiten bei Planung und Konzeptionierung der Anlage, entweder wird dies direkt von einem Installationsunternehmen durchgeführt oder diese Arbeiten werden im Vorfeld an ein Ingenieur- bzw. Planungsbüro vergeben. Dabei gilt die Devise: je komplexer das Vorhaben ist, desto eher sollte ein Planungsbüro konsultiert werden.

Komplex kann eine Planung dann werden, wenn neben der Solaranlage noch weitere Technologien mit in die Planung integriert werden sollen wie z.B. der erweiterte Einsatz von Batteriespeichern (z. B. mit Notstromfunktionalität oder zur Lastspitzenkappung), Wärmepumpen oder eine Vielzahl an dynamisch zu steuernden Ladestationen. Planungsbüros können zudem auch bei Fragen zur Statik oder bei der Erstellung von Ausschreibungsunterlagen unterstützen und je nach Eigentümerstruktur ein speziell zugeschnittenes Betriebsmodell entwickeln. Das Know-how ist hier also ggf. breiter. Auch die vom Land geförderten Machbarkeitsstudien müssen anbieterneutral von Planungsbüros durchgeführt werden.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Anforderungen, mit welchen Solarfirmen tagtäglich zu tun haben. Immer mehr Installationsunternehmen decken zudem mittlerweile auch die Bereiche Batteriespeicher (z. B. zur Eigenverbrauchsoptimierung) oder Ladeinfrastruktur mit ab, verfügen über eigene Fachkräfte für Fragen zur Dachstatik und eignen sich daher ebenfalls als Ansprechpartner.

Qualitätskriterien

Bei der Auswahl des Installationsbetriebes sollte darauf geachtet, dass das Unternehmen über ausreichend Expertise und Referenzen im Bereich der gewerblichen Solaranlagen verfügt, denn die Anforderungen gegenüber Anlagen auf Einfamilienhäusern sind deutlich umfangreicher. Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn die Unternehmen auf eigene Elektriker und Dachdecker zurückgreifen können. Um einen besseren Überblick sowie eine höhere Vergleichbarkeit zu bekommen, sollten mindestens zwei bis drei Angebote von unterschiedlichen Firmen eingeholt werden.

Ansprechpartnersuche

Im Branchenführer.Erneuerbare der NRW.Energy4Climate sind zahlreiche Fachunternehmen verzeichnet, die ihren Sitz in NRW haben oder hier tätig sind. Dazu gehören nicht nur Installationsbetriebe, sondern auch Planungsbüros sowie auch Direktvermarkter, Anwaltskanzleien oder Anbieter von Softwareprodukten für den Bereich Energiemanagement.

Wer dort nicht fündig wird, der kann alternativ auch bei den regional gut vernetzten Industrie- und Handelskammern bzw. Handwerkskammern Informationen zu lokal tätigen Fachunternehmen anfragen. Immer mehr Betriebe sind zudem auch auf den einschlägigen Business Portalen wie z. B. LinkedIn aktiv.

Vielfach helfen auch die eigenen Unternehmernetzwerke bei der Suche nach geeigneten Firmen. Denn mittlerweile gibt es in fast jedem Gewerbegebiet Unternehmen, welche bereits in eine Solaranlage investiert haben und Empfehlungen auf Basis ihrer Erfahrungen geben können.

Inbetriebnahme

Eine PV-Anlage gilt offiziell als „in Betrieb genommen“, wenn die Anlage das erste Mal Strom produziert und dieser verbraucht, geliefert oder gespeichert wird. Dazu müssen die Module an der vorgesehenen Stelle fachgerecht installiert und an den Wechselrichter angeschlossen wurden. Eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz ist hingegen nicht Voraussetzung.

Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist aus zweierlei Gründen wichtig:

1. Er bestimmt die Höhe der über 20 Jahre lang gültigen Einspeisevergütung. Selbst, wenn die PV-Anlage z. B. aufgrund fehlender technischer Komponenten noch nicht ins Netz einspeisen kann, ermöglicht die Inbetriebnahme eine Reservierung des zu dem Zeitpunkt gültigen Vergütungssatzes. Eine Inbetriebnahme sollte daher möglichst zügig erfolgen.

2. Er bestimmt zudem den Beginn der einmonatigen Frist, in welcher die PV-Anlage in das Marktstammdatenregister eingetragen werden muss.

Als Nachweis für die Inbetriebnahme dient das Inbetriebnahmeprotokoll, welches vom Installateur in Anwesenheit des Anlagenbetreibers erstellt wird. Darin werden der Standort, die ordnungs- und vorschriftsgemäße Installation, die technischen Komponenten und anlagenspezifische Kenndaten festgehalten. Zudem wird geprüft und vermerkt, dass die PV-Anlage technisch dazu in der Lage ist, Strom zu produzieren. Ohne Vorlage des Protokolls kann der Netzbetreiber die Zahlung der Einspeisevergütung verweigern!